Neun Fenster hat der Chorraum und ursprünglich sind alle mit Glasmalereien versehen gewesen - von der Schöpfung bis zum Jüngsten Gericht war da die Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen dargestellt. Der Zahn der Zeit hat einen großen Teil der Scheiben zerstört. Was wir jetzt vor uns haben ist eine Zusammenstellung der Reste - aber immerhin noch eindrucksvoll genug!
Im Mittelfenster sind vier der sieben Schöpfungstage dargestellt. Wo kommen wir her? - das ist die Frage, die dieses Fenster beantwortet. Das Nordfenster (links) erzählt die Leidensgeschichte Jesu. Das hat Gott für uns getan! - so bezeugt dieses Fenster. Das Südfenster schließlich zeigt Himmelfahrt, Pfingsten und das Jüngste Gericht. Darauf gehen wir zu - so will uns dieses Fenster gewiß machen.
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Immer wieder wird gesagt, die mittelalterlichen Glasmalereien seien die "Bibel der Armen" gewesen - Illustrationen zu einer Bibel, die die Armen nun einmal nicht lesen konnten. Das trifft nur einen Teil der Wahrheit. Diese Fenster dienen nicht nur der Information, sondern vor allem der Meditation:
Mittelalterliche Glasmalereien werden immer von unten nach oben "gelesen". Sie beginnen z.B. beim Schöpfungsfenster mit dem untersten Bild und schauen dann Bild für Bild weiter nach oben - bis sie schließlich das oberste Bild anschauen: Der Schöpfer, der am siebenten Schöpfungstag ruht und ihn damit heiligt.
Probieren sie es aus: wenn sie beim untersten Fenster anfangen und dann immer höher hinauf schauen bis zum obersten Bild in dem der Schöpfer sich seines Werkes freut - "Denn siehe, es war sehr gut!" - dann haben Sie wie von selbst eine Haltung des Gebetes eingenommen: aufrecht stehend mit erhobenem Kopf. Die Glasmalereien führen Sie in das Gebet.
Unter den großen mittelalterlichen Glasmalereien (zwischen 1400 und 1430 entstanden) befinden sich kleinere Fenster aus der Zeit um 1597. Als Zyklus bilden sie einen Grundriss reformatorischer Theologie. An ihrer inhaltlichen Gestaltung ist Stephan Praetorius (Wer war Stephan Praetorius?) maßgebend beteiligt gewesen.
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