Stephan Praetorius bemühte sich, die Bildungsreform Philipp Melanchthons in Salzwedel umzusetzen. Dazu ließ er zwischen 1570 und 1573 ein Gebäude am Katharinenkirchhof um- und ausbauen: die Lateinschule. In dieser Zeit verfasste er mehrere Schriften, mit denen er Schülern und Studenten methodische Hilfen zum Lernen geben wollte.
Bekannt ist er in Salzwedel auch als der „Pestpfarrer“. Während der Pestepidemien von 1580/81 und 1599 kümmerte er sich um die Erkrankten und mahnte hygienische Verbesserungen ebenso an wie einen menschlichen Umgang mit den infizierten Menschen. Da er längst nicht alle Pestkranken besuchen konnte, verfasste er mehrere Schriften, in denen er den Kranken und ihnen Angehörigen mit Trost und Rat zur Seite stehen wollte. Als er selber an der Pest erkrankte und die Krankheit überlebte, war das für die Menschen in Salzwedel ein ganz wichtiges Hoffnungszeichen.
Als theologischer Schriftsteller ist Stephan Praetorius bis weit in den skandinavischen Raum hinein bekannt geworden. Freude am Glauben zu vermitteln, ist sein wichtigstes Anliegen gewesen – er hat dieses Anliegen glaubwürdig vertreten.
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Stephan Praetorius
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